SV Eintracht Windhagen
1921e.V.


29. Frankfurt-Marathon
am 31. Oktober 2010

[MH] Der Frankfurt-Marathon, eine Ekstase für alle Gefühle des Laufens. Atemberaubende Stimmung, unglaubliche Zuschauer und ein gigantischer Zieleinlauf. Dieses alles erwartet die Läufer beim Marathon in der Mainmetropole.

Aber alles vom Anfang. Um 05:00 Uhr morgens klingelt der Wecker und reißt mich aus dem Schlaf, der erste Blick gilt dem Wetter. Oh nein, es regnet nicht, sondern es schüttet, so war das nicht geplant. Das kann ja heiter werden, da freut man sich ein halbes Jahr auf dieses Spektakel und dann so was.

Um 06:00 Uhr treffen wir uns in Rottbitze und fahren gen Süden um dem Wetter die Stirn zu zeigen. Je weiter wir uns Frankfurt nähern umso besser wird das Wetter. Wie in der Ausschreibung beschrieben suchen wir das Parkhaus in der Nähe des Messgeländes auf und fahren mit dem Shuttle-Bus zum Zentrum des Geschehens. Gemütlich bereiten wir uns auf den Lauf vor, bringen die Startnummern am Trikot an, kontrollieren immer und immer wieder die Schnürung der Laufschuhe, die Nervosität steigt. Nach ein bisschen Wasser trinken und dann geht’s in die Startaufstellung. Die Läufer werden bereits 30 Minuten vor dem Start aufgefordert ihre Plätze einzunehmen. Bei der Masse der Marathonis, 12.400, ist dieses auch notwendig. Langsam füllen sich die Startblöcke und die Aufregung steht jedem ins Gesicht geschrieben. Die Prominenten Läufer werden vorgestellt und der Count Down läuft. Noch eine Minute, ein letzter Kontrollgriff zu den Laufschuhen, 10 Sekunden, die Masse zählt laut rückwärts bis zum Startschuss. Es ist soweit, tausende Läufer setzen sich in Bewegung. Strahlender Sonnenschein.

Zunächst verläuft die Strecke durch die Innenstadt der Banken- und Börsenmetropole, unzählige Samba-Trommler, Musikgruppen und unglaublich viele Zuschauer feuern uns an. Wir laufen wie in Trance, die Begeisterung trägt uns über den Asphalt, keine Zeit zum Denken. Nach ca. 12 km verlassen wir die Innenstadt und überqueren den Main über die „Alte Brücke“. Bis Kilometer 24 bleiben wir auf der linken Mainseite. Hier ist es etwas ruhiger, man kann sich auf das Laufen konzentrieren, aber die Stimmung ist auch hier einfach spitze. Wir überqueren wieder den Main und drehen noch eine Runde durch Höchst und Nied. Ab Kilometer 29 geht es wieder Richtung Innenstadt, diese sollen wir aber erst bei Kilometer 36 erreichen. Alle fiebern dem Zentrum entgegen. Endlich angekommen dürfen wir wieder diese wahnsinnige Stimmung erleben. Zwischen den Wolkenkratzern des Bankenviertels durch die Häuserschluchten fühlt man sich ehrfürchtig klein, aber es ist sehr beeindruckend hier zu laufen.

Schrecksekunde nach 38 km, ich stürze, ein anderer Läufer schneidet mich, ich weiche auf den Gehweg auf Kopfsteinpflaster aus und stolpere. Adrenalin pumpt in die Blutbahn, aufstehen, aber die Beinmuskulatur hat eine kurze Pause gerochen und will mehr. Die ersten 200 m nach dem Sturz sind eine Qual, aber das Ziel ist viel zu nah, weiter geht’s, Zähne zusammenbeißen und Endspurt. Kilometer 41, oh Gott ist das noch weit, ein endloser Kilometer, er zieht sich. Doch dann biegen wir links ab, zielstrebig der Messhalle entgegen und dann der Höhepunkt, Einlauf in die Messhalle auf den berühmten roten Teppich.

Vom hellen, strahlenden Sonnenschein läuft man in die Messhalle ein, gedämpftes Licht, Konfetti, begeisterte jubelnde Zuschauer, Lautsprecherdurchsagen, Kameras ohne Ende, man läuft nicht mehr, man schwebt, alle Strapazen sind vergessen, Emotionen steigen hoch, ich kämpfe gegen die Tränen und überquere die Ziellinie. Beim Zieleinlauf steigen zwei Feuersäulen empor, Körper und Geist trennen sich, Du kannst das Glück nicht fassen. Geschafft, nur noch Freude.

Ich genieße noch eine ganze Zeit die Atmosphäre in der Messehalle und warte auf den Zieleinlauf von Marion, aber bei dieser Menschenmenge war es nicht möglich sie zu finden, so begab ich mich zum Verpflegungsbereich und habe mich dem leiblichen Wohl gewidmet.

Die nächste Herausforderung, wie findet man sich unter tausenden Menschen ohne Verbindung? Wir haben es geschafft und sind uns glücklich in die Arme gefallen. Jetzt steht noch die Massendusche an, frische Klamotten, noch ein wenig die Atmosphäre genießen und dann geht’s auch schon auf den Rückweg nach Hause. Einen kleinen Umweg machten wir natürlich noch, gemeinsam Essen gehen nach einem so wunderbaren Tag ist selbstverständlich.

Zum Schluss möchte ich noch Ralf danken, der wie immer im Hintergrund agiert hat und auf uns gedankenlose Läufer aufgepasst hat. Eine sehr wertvolle Unterstützung, bei der nebenbei auch noch schöne Bilder geschossen werden, danke.

Mario und Marion vor dem Start

Mario auf dem letzten Kilometer

Marion auf dem letzten Kilometer

Das Ziel in der Messhalle

Verloren in der Menge

Wiedersehensfreude mit persönlicher Bestzeit im Gepäck

Marion und Mario nach dem Marathon, So sehen Sieger aus

Ergebnisse:

Name

Zeit

Platzierung ges.

Platzierung AK

Mario Höß

03:29:20

2469

568

Marion Wohlfahrt

03:59:39

5546

111

2010-10-31-frankfurt.pdf