SV Eintracht Windhagen
1921e.V.

Drachenlauf 2012 am 28.10.2012
im und über das Siebengebirge

 

 

 

 

 

 

 

 
[MH] Der Drachenlauf, ein Berglauf der besonderen Art, der keine Fehler verzeiht, der einem Läufer sehr schnell die Grenzen zeigt, aber der auch landschaftlich unglaublich schön ist. Für Hobby- und Freizeitläufer, die nicht auf Zeiten achten ein wunderschönes Erlebnis, für ambitionierte Läufer eine Herausforderung, mit Risiko zum Überdrehen.

Pünktlich um 11:00 Uhr fiel der Startschuss und das Feld setzte sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Bewegung. Von den angemeldeten 600 Startern kamen zum Schluss 488 ins Ziel.

Der Tagessieger absolvierte die 27 Kilometer und ca. 1000 Höhenmeter in der fantastischen Zeit von 01:51:35 Stunden, Hut ab und absoluter Respekt.

Zur Strecke: Die 27 Kilometer führten zum größten Teil über befestigte Wald- und Wanderweg und über die schönsten Berge des Siebengebirges. Leider waren die Naturwege sehr stark mit Laub bedeckt (nun, so ist das eben im Herbst), so dass man nicht alle Gefahrenquellen erkennen konnte. Jedoch muss man dem Veranstalter ein sehr großes Lob aussprechen, trotz dem vielen Laub wurde alles Menschenmögliche getan um Stolperfallen zu kennzeichnen. Danke.

Auf den ersten vier Kilometer lauerte schon die erste große Herausforderung. Von der Ortschaft Thomasberg ging es über den kleinen Ölberg hoch auf den großen Ölberg. Mit einer durchschnittlichen Steigung von 8% (max. 20%) mussten über 200 HM überwunden werden. Wer hier am Anfang des Rennens nicht aufpasst, verpulvert zu viele Körner, die man später noch dringend benötigt.

Auf den nächsten zwei bis drei Kilometer kann man sich etwas erholen, aber bergablaufen kann und ist auch kräfteraubend. Es ging runter bis zur Seufzerbrücke. Es folgte der längste Anstieg, vier endlose Kilometer bergauf, vorbei am Nasseplatz, über den Lohrberghöhenweg zur Lohrberghütte. Wieder wurden etwa 200 HM bezwungen, aber der Anstieg war moderat und relativ angenehm. Es sollte schlimmer kommen.

Von der Lohrberghütte konnte man schon die nächste Rampe erahnen, auf einer knapp 1000m langen Strecke waren 100 HM zu überwinden, die Löwenburg. Unglaubliche 20%ige Durchschnittssteigung ließen kein Lächeln mehr zu. Der Puls bei gefühlten 200 Schlägen pro Minute, pochte in den Halsschlagadern, die Körner verdampften durch die Poren, nur nicht zu viel riskieren, der schrecklichste Anstieg lag noch 10 Kilometer vor uns.

Die nächsten ca. vier Kilometer bis zum Milchhäuschen musste man zur „Erholung“ nutzen. Schweren Herzens passiert man das Rastlokal Milchhäuschen mit seinen Leckereien, jammerschade, ein paar Kalorien hätte ich vertragen können. Aber es heißt wieder: „Der Berg ruft“.

Auf den nächsten 1500m müssen relativ entspannte 80 HM genommen werden. Es ging über die Wolkenburg zum Drachenfels. Ein kurzer Blick Richtung Eifel und schon ging es weiter.

Drei schöne Kilometer bergab. Zuerst ging es durch den wunderschönen Park des Schloß Drachenburg, es schien die Sonne und man musste sich etwas Zeit nehmen um diesen wunderschönen Anblick zu genießen. Danach durften wir noch das Nachtigallental genießen, welches in Königswinter endete.

Und plötzlich tauchte er vor uns auf. Kilometer 20 ist erreicht, der Petersberg mit seinem grausamen Bittweg. Durchschnittlich 10% Steigung, maximal 20%!
Auf knapp drei Kilometer waren 250 HM zu überwinden, ganz oben konnte man schon eine Samba-Trommler-Gruppe hören, aber sie kam nicht näher.
Wer bereits zu viele Körner verbraten hatte, machte dem Namen Bittweg alle Ehren. „Bitte lass mich bald oben sein“.

Als Belohnung gab es auf dem Petersberg Drachenblut und Drachensekt, aber Vorsicht, fünf Kilometer lagen noch vor uns. Diese führten leicht wellig nach Thomasberg ins Ziel. Wer nicht unbedingt auf Zeit läuft, kann sich jetzt nochmals ein wenig erholen um ein schönes Finisher-Foto zu bekommen.

Fazit: Ein sehr schöner, aber auch sehr anstrengender Berglauf durch und über das Siebengebirge. Die Organisation war tadellos, die Helfer sehr freundlich, die Stimmung sehr gut. Sicher ist die Veranstaltung eine Wiederholung wert, aber für ungeübte Läufer nicht zu empfehlen, man kann sehr schnell über seine Grenzen kommen.

Danke dem Veranstalter, ich komme wieder.

2012/2012-10-28-drache.pdf