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KINDERFUSSBALL –  FAIR PLAY-LIGA  
Bolzplatz – Straßenfußball … da steckt ganz viel Liebe drin…
 
Kann sich noch jemand an die Bolzplatzzeiten erinnern?? An Straßenfußball, nachmittags direkt nach der Schule??  Nicht?
 
Erkennen wir Eltern uns dann vielleicht hier wieder?
Bilder Gerhard Mester,
Oder erkennen wir Trainer uns vielleicht hier wieder?

Bilder Gerhard Mester,

Und wenn uns all dies nichts sagt, dann vielleicht der Brief eines mutigen „kleinen“ Fußballspielers an die Eltern:

 
   
Ohne Frage …. Da steckt ganz viel Liebe drin….. Wir reden über Kinderfußball, nicht über die Bundesliga….

 

Wie Eltern möchten für unser Kind das Beste, wir wünschen uns Erfolg für den Nachwuchs.

„Lauf doch! Schneller! Spiel ab! Pass endlich zu …! Foul, Schiri!”

Eigentlich will „Olli“ nur Fußball spielen, einfach nur Spaß haben. Doch das Geschrei der Eltern am Spielfeldrand nervt und setzt den Sechsjährigen und seine Mannschaftskollegen unter Druck. Das soll ein Ende haben. Jetzt, seit der laufenden Saison wird bei den F-Jugend-Kickern (Jahrgang 2005 und jünger) im Fußballkreis Westerwald/Wied nach der Fair-Play-Liga gespielt:

Kicken wie auf dem Bolzplatz heißt die Devise. Dazu gehört, dass es gemäß den Regeln der Fair-Play-Liga bei den Kickern keine Schiedsrichter gibt. Die Kinder regeln das untereinander. Das können sie. Und wenn es einmal Meinungsverschiedenheiten gibt, dürfen und sollen die Trainer eingreifen. Außerdem soll eine 15-Meter-Zone um den Platz die Eltern „etwas auf Abstand“ halten… Das ist nicht böse gemeint.

Das „Wir müssen gewinnen!“  nimmt unseren Kindern den Spaß am Fußball, im schlimmsten Fall sogar den Spaß am Sport. Wir möchten aber doch dass unsere Kinder den Mannschaftssport Fußball, so lange wie möglich genießen. Im Team!  Das müssen auch wir Eltern wieder lernen. Dazu gehört auch zu akzeptieren, dass Kinder Situationen oft anders als Erwachsene erleben. Dass sie also beispielsweise einfach weiterspielen wollen, während von außen lautstark ein Freistoß gefordert wird. Damit am Ende nicht die Rücksichtslosigkeit siegt, haben die Trainer immer die Möglichkeit, gemeinsam zu intervenieren.

Dass man zunächst bei den Kleinen beginnt, hat einen guten Grund. „Sie gehen völlig unbedarft an diese Situation heran…

Umstellen müssen sich vor allem die Eltern, deren natürliches Bedürfnis es ist, ihrem Kind so nah wie möglich zu sein. Wir müssen aber langfristig denken.

Wir Eltern sind wichtig…. ohne Frage….immer und natürlich auch auf dem Platz. Jedes Kind schaut nach einem Erfolgserlebnis erst mal zu Mama oder Papa!

Auch die Trainer müssen umdenken. Es geht nicht um das Gewinnen! Alle Kinder sollen Fußball spielen wenn sie Spaß daran haben! Egal ob kleine „Messis“ oder eher „talentfrei“.  Der Leistungsdruck kommt früh genug….  Aber generell gilt doch: Wer von uns regt sich nicht über Schwalben auf, die einen Elfmeter zur Folge haben, obwohl es keiner war. Wer von uns regt sich nicht auf, dass „herbeigeführte Fouls“ teilweise im Training geübt werden, damit sie auch echt wirken…. Wer von uns hat nicht schon erlebt, dass Spieler Rote Karten kassiert haben, weil sie die Schiedsrichterentscheidung einfach nicht akzeptieren konnten und gemeckert haben….

Hat dies alles mit FAIR PLAY zu tun?? Hat dies mit Sport zu tun? Wollen wir dies unseren Kindern beibringen? Gewinnen… um jeden Preis? Wollen wir das? Oder wollen wir endlich Fairen Sport??

Unsere Kinder in der F-Jugend Kreis Westerwald/Wied werden zukünftig ungestörter als bisher dem runden Leder nachjagen können. Niemand, der sie anschreit. Niemand, der ihnen sagt, wohin sie laufen sollen. Denn das ist ohnehin klar. …Immer auf den Ball!….:)

Gerry Weidenfeller